Polly Jean

Selam Welt,

betrachte diesen Eintrag als Hommage an PJ Harvey. Als ich sie damals in frühster Jugend das erste Mal hörte, berührte es mich so sehr, dass es fast schon zur Routine wurde in äußerstem Hass, bei Wut und bitterlicher Traurigkeit… ja, bei nicht enden wollender Einsamkeit, ihrer Stimme und vor Allem ihren Worten zu lauschen. Diese Zeit ist lange vorbei. Ich habe mich von Polly verabschiedet. Wir fanden beide, ich solle erwachsen werden. Wir fanden beide, dass ich mit ihren Liedern zu viel Negatives verbinde. Beidseitiges Verständnis und dann Begräbnis. Manchmal ist es besser sich zu trennen, bevor die Zerstörung wütet, …nicht mehr zu reparieren. Aber bekanntlich sieht man sich immer zweimal im Leben. […] Durch Zufall stieß ich heute morgen auf das Live-Duett Björk und Polly mit dem Coversong “Satisfaction“. Ich hätte wissen müssen, dass ich über Björk schnell auf Polly stoßen würde. Ich war so naiv, aber früher oder später hätte es sowieso passieren müssen. Sofort starrte ihre Stimme mich an. Sie glitt durch meinen Ausschnitt, weiter zum Herzen und somit in meinen Körper. Ihre Worte brachten mein Gehirn zum beben. Ich war fast wie paralysiert und labte mich sofort und völlig automatisch an ihr, ihrer Kreativität, ihrer grenzenlosen Melancholie. Sie ist für mich ein Symbol, der Inbegriff der Elegie. Ich konnte nicht widerstehen. Wie besessen kramte ich in alten Kartons, in den untersten Welten der Schränke, in Schubladen, überall. Aber sie war nigends. Ihre klagende Stimme war in diesem Hause längst versiecht. Ich hatte sie komplett verbannt. Und nun fühlte ich mich wie ein Junkie der auf “Turkey“ ist, halb am durchdrehen und alles für eine Dosis Polly machend. Ich war bereit. Nimm‘ mich! Egal was… aber geb‘ mir Polly Jean Harvey!

Hyperventilierend, versuchend mein Bewusstsein wiedererlangend: „Lord praise the internet!“ – Euphorie! Polly war wieder da. Ich suhlte mich in ihr. Ich suhle mich noch immer in ihr. Und ich möchte diese verdammte Beziehung nie wieder beenden.

Dear darkness
Dear darkness
Won’t you cover, cover
Me again?
Dear darkness
Dear
I’ve been your friend
For many years
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Kommentare (2)

  1. Mir kommt ihre Stimme total bekannt vor, vllt. habe ich sie mal unbewusst gehört … wer weiß … ich finde das Lied sehr schön, nur zieht mich solche Musik auch immer sehr runter, habe so einiges aus meiner Jugend verbannt und das ist auch gut so ^.^ ! Dennoch kann ich manchmal auch nicht wieder stehen und höre alte Songs, … denn irgendwie haben sie mich auch geprägt und lange begleitet <3

  2. Danke, ich hab’s auf Schleife laufen lassen. Und du hast Recht: der Inbegriff der Elegie ist sie!

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